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23.10.2019 :: English :: Druckversion
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Risiko-Abschätzung

Die Risiko-Abschätzung befasst sich mit der räumlichen Erfassung der Auswirkung von Tsunami-Ereignissen an Land. Die Risikoanalyse basiert dabei auf zwei Komponenten; zum einen auf der Erfassung der durch Tsunami-Ereignisse potentiell gefährdeten Küstenregionen, und zum anderen auf der Abschätzung der Verwundbarkeit der Menschen und der Umwelt in den betroffenen Regionen.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Modellierung der Tsunami-Wellenausbreitung im Wasser und an Land  wurden die von der Tsunami-Welle potentiell betroffenen Küstengebiete kartiert. Die Ergebnisse der modellierten Szenarien der Tsunami-Entstehung und -Ausbreitung stellen hierfür die wesentliche Grundlage dar.

Diese Informationen werden mit den Ergebnissen der Vulnerabilitätsanalysen kombiniert. Die Analysen liefern wichtige Informationen darüber, wo und für wen eine hohe Verwundbarkeit durch ein Tsunami-Desaster vorliegt. Dabei müssen sozial- und naturwissenschaftliche, ökonomische, ökologische und kulturelle Aspekte berücksichtigt werden. Detaillierte Analysen wurden für verschiedene Pilotgebiete entlang der Küste durchgeführt und mit einem erweiterten und aktualisierten Tsunami-Szenarienbestand aktualisiert.

Beispiel einer generierten Tsunami-Gefahrenkarte für Denpasar auf Bali.
Beispiel einer generierten Evakuierungszeitkarte, die als Planungsgrundlage den lokalen Behörden bereitgestellt wurde.

Zwei Tage nach der offiziellen Übergabe des Tsunami-Frühwarnsystems an Indonesien wurden am 31. März 2011 in einer offiziellen Zeremonie in der indonesischen Hauptstadt Jakarta die Ergebnisse der Risiko- und Vulnerabilitätsanalysen, die im Rahmen des GITEWS Projekts (German Indonesian Tsunami Early Warning System) erstellt wurden, an die indonesische Behörde für Katastrophenmanagement (BNPB) übergeben.

Seit Projektbeginn im Jahr 2005 hat eine gemeinsame Arbeitsgruppe für Risikomodellierung und Vulnerabilitätsabschätzung, die von dem Indonesischen Institut für Wissenschaften (LIPI) und dem DLR koordiniert wurde, daran gearbeitet, Risikoinformationen für die Tsunami-Frühwarnung und Katastrophenvorsorge auf nationaler wie auf lokaler Ebene für drei Pilotgebiete zur Verfügung zu stellen. Ziel der Arbeitsgruppe war die Erstellung von Tsunami-Risikokarten, die Entwicklung eines wissenschaftlichen Vorschlags für eine Richtlinie zu Tsunami-Risikoabschätzungen in Indonesien sowie die Integration der Ergebnisse in das Tsunami-Frühwarnzentrum beim nationalen Dienst für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG).