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16.11.2019 :: English :: Druckversion
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Frühwarnzentrum

Das Early Warning and Mitigation System (EWMS) realisiert durchgängig die Kette der Aktivitäten eines Warnzentrums im Preparedness- und Responsebereich, von der kontinuierlichen Verfolgung vielfältiger Sensormeldungen bis hin zur Verteilung von Tsunami-Warnungen sowie von Karten zur Dokumentierung der Lage während und nach einer Naturkatastrophe. Das hochverfügbare operative System wird im Early Warning and Mitigation Center des nationales Dienstes für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) in Indonesien betrieben.

Durch die Verbindung unterschiedlichster Sensor-, Modellierungs- und Simulationssysteme mit den Nutzern unterschiedlichster Krisenprodukte hat das EWMS eine Kernposition im Lagezentrum. Basierend auf in Echtzeit einlaufenden Messdaten und der Verschneidung mit vorberechneten, modellbasierten Szenarien unterstützt das EWMS den diensthabenden Beamten, indem es vollständig und übersichtlich die aktuelle Lage visualisiert, einschließlich einer kombinierten Darstellung räumlicher Basisdaten und aktueller Sensorinformationen mit Zeitreihen und der Vorhersage der Entwicklung einer potentiellen Welle.

Die Bewertung von Wahrscheinlichkeiten und Risiken für eine Naturkatastrophe werden dargestellt und versetzen den diensthabenden Beamten in die Lage, eine Entscheidung über die Notwendigkeit eines Alarms zu treffen. Hierfür stellt das DSS passend vorbereitete Warnmeldungen bereit, die sowohl Ausmaß wie auch regionale Ausbreitung des Ereignisses berücksichtigen. Das DSS unterstützt die Erzeugung und Verteilung von auf den Empfänger hin zugeschnittenen Warnmeldungen. Als wichtiger Beitrag zur Mitigationphase erzeugt und verteilt das EWMS Kartenmaterial zur Planung und zur Erfassung der aktuellen Lage für die Behörden und Hilfskräfte vor Ort.

Seit der Inbetriebnahme konnte sich das System bereits in einer Vielzahl von Erdbeben und Tsunamis bewähren, z.B. beim großen Japan Erdbeben mit Magnitude 8,9 am 11. März 2011 sowie bei einem erneut starken Erdbeben vor der Küste Sumatras mit Magnitude 8,6 am 11. April 2012. Die Erfahrungen aus diesen Einsätzen flossen in organisatorische, technische und methodische Verbesserungen ein.

Mit Unterstützung der deutschen Partner wurde die seit 2006 im Einsatz befindliche hochverfügbare Warnzentrumshardware zwischenzeitlich modernisiert. Auch das BMKG Backup-Warnzentrum in Denpasar auf Bali, wurde mittlerweile mit neuer Hardware und neuen Systemen ausgestattet.

Die Lagebildanzeige des DSS, die wesentliche Eckdaten eines (potentiellen) Tsunamis sowie die räumliche und zeitliche Ausdehnung wiedergibt (Quelle: DLR).
Die Entscheidungsvorschlagsanzeige des DSS, die wesentliche Auswertungsresultate und empfohlene Warnstufen für einzelne Küstenabschnitte anzeigt.
Der DSS-Arbeitsplatz im Warnzentrum in Jakarta; im Hintergrund der Arbeitsplatz sowie die Wandanzeige für das seismische Auswertungssystem des SeisComP3 des GFZ Potsdam.
Bildschirm der Browserbasierten DSS-Erweiterung zur ozeanweiten Bereitstellung von Tsunami-Informationen für die Anrainerstaaten des Indischen Ozeans (RTSP-Erweiterung).